Erfahrungsberichte - FSC Schwaben

Erfahrungsberichte

Hallo liebes Günzburg-Fallschirmteam,

es ist mittlerweile 2 Monate her, dass ich bei euch meinen ersten Tandemsprung machen durfte und bei dem Gedanken daran bekomme ich immer noch Gänsehaut. Ich möchte mich nochmal recht herzlich bei dem gesamten Team für das Hammererlebnis bedanken, vor allem für den reibungslosen Ablauf und Organisation! Serkan aus München

Serkan Tandemsprung



Vom Hosenscheisser zum lizenzierten Freifaller, oder die AFF-Ausbildung beim FSC-Schwaben.

Bernd Ausbildung

Ich habe mich nach einem Tandemsprung dazu entschlossen die Fallschirmspringerlizenz zu machen. Hierfür habe ich mich beim FSC-Schwaben, zur Ausbildung nach der AFF-Methode, angemeldet. AFF-Methode heißt, dass man sofort ab dem ersten Sprung den freien Fall erlebt und erfühlt. Mit jedem weiteren Sprung übt man das Verhalten und Spas haben in der Luft.

Zuerst gab es 2 Tage Theorieunterricht, wo es um so wichtige Dinge wie: Technik beim Freifall, Meteorologie, Luftrecht und vor Allem das Verhalten in besonderen Fällen geht. Nachmittags wurde an den beiden Tagen der erste Sprung exzessiv geübt. An 3 Stationen wurden die speziellen Dinge geübt wie z.B. Exit aus der Maschine, Haltung und Scheingriffe im Freifall und was zu tun ist wenn der Schirm nicht sauber aufgeht. Der Spaß und die Faszination am Fallschirmspringen ist bei den Ausbildern auch nach Jahren noch zu spüren und auch wir wurden immer mehr infiziert. Dann kam der D-Day ... alles war angerichtet. Blue Sky ... die FLAC (Absetzmaschine Porter Pilatus, Kennzeichnung D-FLAC) stand bereit und auch wir in unseren Springeranzügen mit weichen Knien, begleitet von unseren Ausbildern als stärkendes Element. Schließlich stiegen wir in die Maschine. Es haben 10 Personen Platz und wir haben festgestellt, dass Fallschirmspringen ein „Kontaktsport“ ist. Man sitzt schon sehr eng aufeinander :D.

Der erste Sprung verging wie im Flug, alle Aufgaben wurden bewältigt, mal besser und mal etwas schlechter. Wenn man dann am Schirm hängt ist man auf sich selbst gestellt und kann einige Sachen ausprobieren, bis es zur Landung kommt. Diese wurden per Funk von den Ausbildern dirigiert, damit wir auch das Gefühl für die Höhe und die Landungen haben. Es war einfach überwä...ääh...geil. Zu viele Eindrücke um diese nach dem ersten Sprung zu beschreiben. Der zweite Levelsprung war schon viel besser und man selbst hat vom Freifall mehr mitbekommen. Das Glücksgefühl zeichnete allen ein Lachen ins Gesicht. Und wir wollten mehr! Nach jedem Sprung gab es mit den Ausbildern ein Debriefung, teilweise mit Video, wo zuerst der Schüler erzählt wie er den Sprung erlebt hat und anschließend wurde festgestellt, dass das Gefühlte mit der Realität manchmal nicht so ganz übereinstimmt. Im Allgemeinen wurden von uns aber alle Anforderungen bei den Sprüngen erfüllt, sodass wir nach und nach die Levelsprünge 1-7 bestanden haben. Es wurde auch immer mal wieder ein Auge zugedrückt, wenn etwas nicht 100% klappte. Aber Ziel der Levelsprünge ist ja, dass man jederzeit in eine stabile Lage kommen und den Freifall kontrollieren kann, damit einer sauberen Schirmöffnung nichts im Wege steht. Denn jeder Sprung ist erst dann zu Ende, wenn man gesund vom Landefeld läuft.

Nach dem Bestehen der Levelsprünge ist man im Freisolo-Status. Man springt alleine mit einem Sprungauftrag des Ausbilders. Dieser checkt vorher den Springer, ob alles in Ordnung ist. Bei diesen Sprüngen macht man Dinge wie instabil aus der Maschine springen, Saltos üben oder einfach nur den freien Fall genießen. Nach insgesamt 13 Sprüngen kann man die theoretische Prüfung ablegen. Hier ist striktes Lernen angesagt. Von 100 Fragen muss man 85 Fragen richtig benatworten um diese zu bestehen. Auch dies Prüfung wurde von allen locker bestanden. Wenn man bei einer Frage nicht klar kommt steht zur Not der Prüfer „helfend“ zur Seite. Nach 23 Sprüngen kann man die praktische Prüfung ablegen, Voraussetzung ist hier die bestandene Theorieprüfung. Die praktische Prüfung besteht aus einem Sprung aus 1500 m, bei dem der Schirm schnell geöffnet werden muss und einem Sprung aus 4000 m, mit Übungen wie z.B. Vorwärtssalto, Rolle und Drehung.

Die Prüfungssprünge hören sich schwerer an als Sie sind, sodass alle die Prüfung bestanden haben und nun lizenzierte Freifaller sind.

Bevor der nächste Kurs beginnt ist es Tradition, dass wir Schüler noch eine Schülerparty organisieren. Das Grillen, Feiern und abendliche Zusammensitzen ist sowieso ein fester Bestandteil des Vereinslebens! Während dieser Party wurden wir, wie üblich, der traditionellen Schülertaufe unterzogen. Wir mussten sozusagen den Hintern herhalten und jeder durfte mal draufklatschen. Manche fester und manche weniger fest. Es machte auch uns Schülern sehr viel Spaß und nach der Taufe wurde gefeiert :).

Als Fazit kann man sagen, dass die Ausbildung beim FSC Schwaben mit allen Beteiligten sehr viel Spaß macht. Anders wie bei kommerziellen Betrieben wird im Verein nicht alles so bierernst gesehen und auch mal über schwächen hinweggeschaut, wenn die Grundlagen passen. Diese Schwächen verringern sich jedoch mit jedem weiteren Sprung. Trotzdem steht die Sicherheit immer im Vordergrund, der Spaß steht direkt daneben auch an erster Stelle und der kommt nicht zu kurz. Allen Springern und Gästen merkt man den Spaß, jedes Wochenende aufs Neue, an.

Always Blue Sky!

Bernd aus Ulm